Vereins-Chronik

Rückblick im Eiltempo

1904

Der 17.11.1904 war der Geburtstag des Dortmunder Männergesangverein (heute auch als DMGV bekannt). 50 Dortmunder Sänger, stimmbegabt und begeistert von der Liebe zum Gesang, angetrieben von unserem unvergessenen Hugo Meffert, eröffneten die Geschichte des Vereins.
Konrat Kauf als Vorsitzender und Lorenz Rebbert als musikalischer Leiter führten die Geschicke und brachten das Leben der Gemeinschaft zur vollen Blühte, Erfolg reihte sich an Erfolg. Im nationalen und internationalen Wertmessen mit namhaften Gesangskörpern anderer Städte sind als Erfolgszeichen manche Trophäen des edlen Streites in das Archiv des Vereins gekommen.

Mit 280 singenden Mitgliedern zog Konrat Kauf erstmals zum Kaisersingen am 19.05.1909 nach Frankfurt. Mit dem 8. Preis unter 34 der besten deutschen Gesangvereine ausgezeichnet kam die Schar jubelnd zurück nach Dortmund. Kauf hatte es fertiggebracht , innerhalb von 5 Jahren seines Bestehens den Verein mit an die Spitze deutscher Laienchöre zu Führen. Bald waren unsere Konzerte aus dem musikalischen Leben unserer Heimatstadt nicht mehr fortzudenken. Auf festen Füßen stand das Gebilde des DMGV!

Durcheilen wir nun in dieser Kurz-Biographie die kommenden Jahre mit Siebenmeilenstiefeln. Der erste Weltkrieg war ausgebrochen und hinterließ schwere Wunden, doch die Liebe zum Lied und Gesang ließ den Chor weiterbestehen.

1916

Den Chor traf der schmerzliche Verlust von Konrat Kauf. Im 1. Vorsitz folgten dann August Lang und Toni Kirch.

1918

In der künstlerischen Leitung folgte dem unvergessenen Lorenz Rebbert ein Mann, der es verstand, dem neuerstandenen Chor auch ein neues Gesicht zu geben, Albert Lamberts. Mit ihm zog der Verein oft ins Land hinaus. Die Reisen nach Innsbruck, Salzburg, München, Hannover, Aachen, Krefeld, Mainz setzten Glanzpunkte ins Vereinsleben.

1921

erwarb der DMGV das Grundstück Ostwall 12 mit der Turnhalle des Turnvereins Eintracht und schuf durch Umbau ein repräsentatives Gebäude.

Am 23.09.1923

fand die Einweihung des eigenen “Sängerheims” statt.

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1928

Der Vorsitz wechselt in die Hände von Rochus Feit. Aber auch ein neuer Chorleiter übernahm die Stabführung des Verein. Dr. Hans Paulig führte den Chor zu gutem Ruf, weit über Dortmunds Grenzen hinaus,

1929

zum Festkonzert anläßlich des 25 jährigen Jubiläum des DMGV,

1931

zum Wertungssingen nach Essen,

1932

zum internationalen Gesangswettstreit nach Amsterdam,

1933

und zum Festkonzert anläßlich der Kulturtage in Dortmund.

1934

Den 1. Vorsitz im Verein übernimmt Hugo Lenarz. Sein Wirken fällt in eine bewegte Periode des Chorlebens. Leid und Freud, Aufschwung und Niedergang und wiederum Höhepunkte sind Merkmale seiner Vereinsführung.

1937

Teilnahme am Sonderkonzert beim 12. Sängerbundesfest in Breslau. Erfolgreiche Konzerte in Dortmund zeugen von hohem künstlerischem Niveau bei großen Verastaltungen mit dem städt. Sinfonieorchester (u. a. “Mette von Marienburg” im Fredenbaum oder das “Requiem” von Verdi im Stadttheater).

1941

verließ Dr. Hans Paulig den DMGV, er wurde Operndirektor in Chemnitz. Nachfolger wurde Dr. Hans Wedig.

Am 06.10.1944

versank unser geliebtes Sängerheim im Bombenhagel in Schutt und Asche. Einem Aufruf von Hugo Lenarz folgend, trafen sich im Jahre

1946

bereits wieder 136 Sänger, bereit neu zu beginnen. Unter der Stabführung von Albert Lamberts gab der DMGV schon ein Jahr später ein Konzert. Man mußte nach Witten in den Saal der Ruhr-Stahl AG ausweichen, Dortmunds Räume lagen noch in Trümmern. 1500 Zuhörer gaben dem Chor die Gewißheit, daß der richtige Weg beschritten wurde. Die Mitgliederzahl stieg auf 160.

1948

trat in der musikalischen Leitung eine Änderung ein. Emil Rabe, ein Mitglied unseres Chores, Organist in St. Clemens in Dortmund-Hombruch und von Albert Lamberts für seine Nachfolge vorgesehen, übernahm 28 jährig die Stabführung. Ein neuer Abschnitt begann im Leben des Dortmunder Männer-Gesang-Vereins.

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1951

Einzug in das als Provisorium auf dem Grundstück am Ostwall errichtete Sängerheim.

1954

50 jähriger Geburtstag des DMGV. Festveranstaltung reihte sich an Festveranstaltung bis zum Höhepunkt am 5. Dezember, dem Jubiläums-Hauptkonzert im Goldsaal.

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1955

Am 1. März ist es soweit, der DMGV bezieht sein neues Eigenheim den “Wilhelmshof” in der Wilhelmstraße 24.

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Waren die ersten 50 Jahre des DMGV noch geprägt von Preis- und Leistungssingen, so gewannen in der 2. Hälfte des Jahrhunderts Chorreisen, ins In- und Ausland, immer mehr an Bedeutung.

Als 1960 Rudi Viedenz den 1. Vorsitz von Hugo Lenarz übernahm verließ der Chor zum ersten Mal das Festland. Es ging 1963 auf die britische Insel nach Cardiff in Wales.

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1966 folge die erste Flugreise nach Rom. Unvergessen bleibt die Audienz beim Papst im Petersdom. Vor 40.000 Pilgern aus aller Welt erklang “Lass mich Scholle sein” von Emil Rabe.

Es folgten 1969 die Reisen nach Norwegen mit Konzerten in Oslo, Bergen und Harstad und 1971 nach Jugoslawien mit Konzerten in Ljubljana, Celje, Rogasga-Slatina und Portoroz.

Horst Wollust übernahm 1973 das Amt des 1. Vorsitzenden und 1974 folgte mit ihm die erste Reise nach Spanien. Konzerte gaben wir in Barcelona, Tarragona und Reus.

Nach einer Reise in den Schwarzwald 1975 nach Altensteig, Tuttlingen und Gernsbach stand für 1976 eine Reise nach Frankreich an. Es ging an die Cote d´Azur nach Toulon, Aix en Provenz, Cannes, Nizza und Monaco.

Erneut fuhren die Sänger des DMGV 1978 nach Spanien. Im Kloster Montserrat, Reus und Vendrell gaben wir Konzerte. Teilnahme an einer Einweihung einer Ausstellung Dortmunder Künstler in Barcelona. Konzerte prägten das Jahr 1979 zum 75 jährigen Jubiläum. Eine 3-Tage Reise nach Bad, mit unseren Damen, Kissingen rundete das Jahr ab.

Der 1. Vorsitz wechselte 1980 zu Fritz Todebusch. In diesem Jahr begingen wir das 40 jährige Chorleiterjubiläum unseres Corleiters Emil Rabe und gleichzeitig seinen 60. Geburtstag.

Mit Fritz Todebusch reiste der Chor 1981 nach Altmünster am Traunsee in Österreich. Mitgestaltung einer Chormesse am Himmelfahrtstag im Salzburger Dom vor Hunderten von Gläubigen und Zuhörern.

1982 führte uns ein Ausflug über zwei lebhafte Tage, mit unseren Sängerfrauen, in’s Nachbarland Holland nach Amsterdam, dem heimlichen “Venedig des Nordens”. Auf all diesen Reisen verstand sich der Dortmunder Männergesangverein als Botschafter der Musik. Das Ziel war und ist Freude zu bringen und Freunde zu gewinnen.

So ging die Reise 1984 erstmals hinter den “Eisernen Vorhang” nach Ungarn. Bei Konzerten in Kislöd, Keszthely und Tihany am Balaton begeisterten wir die Zuhörer. Ebenso bei einer Chormesse in der Matthias Kirche in Budapest.

Im “Europäischen Jahr der Musik” 1985 gab es ein Festkonzert gemeinsam mit dem Dortmunder Kammerchor, dem Dortmunder Kinder- und Jugendchor und dem Philharmonischem Orchester der Stadt Dortmund im “Großen Haus” der Städtischen Bühnen.

Mit der Finjet reiste der DMGV 1987 nach Finnland. Konzerte gaben wir in Tampere und Lahti. Der Höhepunkt war ein Konzert in der “Temppeliaukionkirkko” – bekannt als Felsenkirche – in Helsinki.

Aus Anlass des 40 jährigen Dirigentenjubiläums unseres Chorleiters Emil Rabe beim Dortmunder Männergesangverein veranstaltete der DMGV am 16.10.1988 im Dortmunder Schauspielhaus ein Festkonzert mit etlichen Erstaufführungen.

1989 errichtete die Stadt Dortmund das neue Rathaus am Friedensplatz. Der DMGV konnte als erster Chor die Gelegenheit nutzen in dem schönen Ambiente der Bürgerhalle ein Gala-Konzert am 23.09.89 zu veranstalten. Der Oberbürgermeister Herr Günter Samtlebe, wollte diese Premiere nicht verpassen und beehrte uns mit seinem Besuch.

Es geht 1990 auf Konzertreise nach Italien, an den Gardasee. Konzerte in Riva.in Trient, in der Wallfahrtskirche „Madonna del Frassino“ in Verona mit einer Stippvisite in der Arena und etwas Besonderem hoch oben in der Brenta-Gruppe der Dolomiten als Gäste des „Montanara-Coro di Tione. waren musikalische Höhepunkte und Erlebnisse.

Ein Erlebniswochenende im schönen Lipperland mit Ausflügen zum Hermanns-Denkmal und zur Porta Westalica schenkten wir 1991 uns und unseren Frauen. Natürlich wurde auch gesungen, am Sonntagvormittag den26.05.91 in der Konzerthalle des Staatsbades Bad Salzuflen vor 1000 Kurgästen.

1992 geht eine Ära zu Ende. Nach 43 Jahren überaus erfolgreicher Zusammenarbeit voller Hochachtung und in Freundschaft legte Chordirektor Emil Rabe mit dem letzten Weihnachtskonzert am 15.12.91 den Taktstock aus der Hand. Ein neuer Chorleiter, Herbert Grunwald, von den Rabe-Chören ausgesucht, tritt am 08.01.92 zur ersten Probe beim DMGV an. Mit dem ersten Konzert am 13.06.92, über das die Presse u.a. schrieb „Ein Musikerlebnis voller Leben“ wussten wir, dass wir einen Glücksgriff getan haben.

Im Jahre 1993 gab es einen Führungswechsel, Fritz Todebusch legte nach 13-jähriger Tätigkeit das Amt des 1. Vorsitzenden aus Altersgründen nieder, er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Packen wir`s an ! Gemeinsam mit dem neuen 1. Vorsitzenden Walter Rohrberg, der in den vergangenen 15 Jahren als Geschäftsführer und Organisator großen Anteil an den Konzertreisen und den erfolgreichen Konzertauftritten hatte, werden Chorleiter und Sänger frohen Mutes in die Zukunft gehen. Die erste wunderbare Konzertreise von 1993 nach Brünn und Prag kann bereits unter Sonderklasse in die Vereinsanalen geschrieben werden.

1994 – 90 Jahre DMGV, es wird ein Jahr der Konzerte bis ins Jahr 1995. Es gibt einen großen Jubiläumsball im Kongresszentrum der Westfalenhallen und als i-Tüpfelchen eine Erlebnisreise zum heimlichen Wunschziel vieler Reisender in die Traumlandschaft um Rigi und Matterhorn, in die Schweiz.

Eine Reise 1995 – erstmalig nach der deutschen Wiedervereinigung in das neue Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Konzertauftritte in Rostock, Bad Doberan, Binz auf Rügen und Schwerin, brachten neue Sängerfreundschaften und zeigten uns wir sind ein Volk einer Kultur.

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Der Wachau an der Donau galt 1997 unser erster Gruß bevor es weiter ging nach Wien und auf der Rückreise wieder einmal zu unseren Freunden nach Altmünster am Traunsee. Die Konzertorte der Reise waren das Kloster Melk, die Schallerburg in der Wachau, der Kurpark von Baden bei Wien und ein Festkonzert im Schubert-Jahr im Schloss Ebenzweier in Altmünster.

Ins Waldecker-Land führte uns 1998 die Reise mit unseren Frauen zum Schloss Waldeck und der Kleinstadt Züschen, wo wir am Fest zum 140 – jährigen Bestehen des MGV 1858 Züschen teilnahmen, stand u.a. in diesem Jahr an.

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Das Erzgebirge war 2000 unser Ziel und es gab nur Schönes und Wissenswertes zu bestaunen.Ein Konzert in der St.Annen-Kirche, der größten Hallenkirche in Sachsen, Annaberg-Buchholz und ein Konzert in Zwickau in Anwesenheit des Oberbürgermeisters von Dortmunds Partnerstadt, sowie des Präsidenten des westsächsischen Chorverbandes, waren die Highlights.

2002 – Eine Konzertreise in den Harz stand an. Goslar, Ilsenburg, Wernigerode, Quedlinburg waren die Orte von Spontan – Auftritten und organisierten Konzerten.

Deutsches Sängerbundesfest 2003 in Berlin. Letztmalig hatte der DMGV 1962 daran teilgenommen. Also höchste Zeit mal wieder dabei zu sein, bei den 30.000 Sängerinnen und Sängern aus aller Welt. Der DMGV, der als einziger Chor des Sängerkreises Dortmund vertreten war, hatte sich für zwei unterschiedliche Auftritte gemeldete Im Berliner Dom erklangen unter der Leitung von Herbert Grunwald geistliche Chorwerke. Auf der Sängermeile „Unter den Linden“ hatten die „Dortmunder Männer“ einen Auftritt auf einer der 25 Bühnen, die zwischen Schloßbrücke und Brandenburger Tor errichtet waren. Eine große Stadtrundfahrt mit Besichtigung von Potsdam und Schloss Sanssouci sowie Besuch des Friedrichstadt-Palastes rundeten diese hervorragend verlaufene Sängerreise ab.

2004 – 100 Jahre DMGV! Zum Auftakt des Jubiläumsjahres waren am 21.03. Angehörige und Freunde in das Vereinsheim Meilenstein / Wilhelmshof eingeladen, um ein paar frohe Stunden mit den Sängern zu erleben. Ein Dia-Vortrag über die Schönheiten Nordpolens stimmte uns auf die anstehende Polenreise ein. Am 25.07. begann die Reise. Unser Weg führte uns 7 Tage lang mit Bussen von Dortmund über Frankfurt / Oder nach Posen, Gnesen, Biskupin, Thorn, Allenstein, Sensburg, Nikolaiken in Masuren mit Heiliger Linde und weiter über den Elbing-Kanal nach Marienburg, Danzig und die Kaschubische Schweiz, entlang der Ostseeküste nach Kolberg und Stettin und zurück nach Dortmund. Das Festkonzert am 12.09. in der Bürgerhalle des Dortmunder Rathauses brachte einen Querschnitt aus dem gesamten Repertoire des Chores. Jedoch zuvor bei einem Festakt in der „Lichtburg“ in Essen am 16.05. erhielt der 1. Vorsitzende Walter Rohrberg aus den Händen von Professor Dr. Werner Lohmann, Präsident des Muskbeirates, die Zelter-Plakette. Eine Auszeichnung für Laienchöre, die mindestens 100 Jahre bestehen und durch besondere Verdienste der Pflege der Chormusik Anerkennung erworben haben.